Seite 105 - Fallersleben

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Das Schwefelbad – Die Geschichte eines modernen Therapiezentrums
und Zirkulationsstörungen, von Rheu­ma­tismen und
Hauterkrankungen. An vorderster Stelle der verab­
reichten Badeanwendungen stand bald die Therapie
von Rheumatismus. Trinkkuren waren zum Beispiel
bei Magen- und Darmbeschwerden geeignet.
Der wirtschaftliche Betrieb erhielt die Rechtsform
einer G.m.b.H., und das Badehaus konnte am 22. De­
zember 1925 feierlich eingeweiht werden. Der sich
unter den Ehrengästen befindende Landrat des Kreises
Gifhorn Dr. Eugen von Wagenhoff schätzte den Wert
des Bauobjektes besonders, weil es in Zeiten des
wirtschaftlichen Niedergangs, „wo sonst jeder Unter­
nehmungsgeist fehle“, entstanden war.
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In der Aller-
Zeitung vom 25. Dezember 1925 heißt es: „Der ganze
Bau macht einen vornehmen Eindruck. Ueber dem Ein­
gange sehen wir in Stein gehauen den Fallersleber
Löwen. Dieser sowie der künstlerisch ausgeführte
Brun­nen stammen aus der Hand des hier wohlbe­
kannten Bildhauers Janota, der seinerzeit uns auch das
Hoffmanndenkmal schuf.“
Bald hatte sich das Fallersleber Schwefelbad als
Therapieeinrichtung in der Region herumgesprochen.
Ein betriebseigener Bus sorgte für den Transport der
Badegäste selbst aus der in einiger Entfernung lie­gen­
den Großstadt Braunschweig. Ein weiteres Gutach­ten
von Prof. Paul Haertl vom Staatslaboratorium für Heil­
quellenforschung in Bad Kissingen vom 20. August
1932 über die Schwefelbadquelle bestätigte imWesent­
lichen die vorherigen Bewertungen. Prof. Haertl stellte
fest, „dass es sich bei der Hoffmann-Quelle um eine
therapeutisch zweifellos recht wertvolle, erdig-sali­
nische Schwefelwasserstoff-Quelle“ handelte. Auf­
grund ihrer Zusammensetzung und der daraus resul­
tierenden chemisch-physikalischen Vorzüge habe sie
sich „bereits vorzüglich bewährt“.
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Als Pasenau verstorben war, erbte seine Schwester
das Fallersleber Badehaus. Die Exponenten in Rat und
Verwaltung der Stadt Fallersleben erkannten schon seit
einiger Zeit die Bedeutung des Schwefelbades als
attraktive Gesundheitseinrichtung für das Allgemein­
wohl und das Image der Stadt. Deshalb strebten sie die
Oben:
Ein Kurbus brachte Badegäste aus der Region nach Fallersleben.
Unten:
Kurgäste vor dem Eingang des Schwefelbades in den 1930er Jahren.