Seite 27 - Fallersleben

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Fallersleben im historischen Kartenbild
sondern des gesamten Gebiets des heutigen Nieder-
sachsen. Auch die nordwestdeutschen Nachbarstaaten
hatten nämlich Preußen diese aufwendige Aufgabe
übertragen. Obwohl: Vom Abschluss einer Entwicklung
kann eigentlich nicht gesprochen werden, denn das
legendäre Messtischblatt wurde laufend fort-
geschrieben und ist somit die Ahnin der aktuellen
Topographischen Karte „TK“ 1:25.000.
Der Flecken Fallersleben ist seit mindestens 400
Jahren immer wieder kartographisch erfasst worden,
wenngleich zunächst überwiegend auf Karten mit
einem eher kleinen Maßstab, die folglich wenig
Informationen zum Grundriss des Orts liefern. Daher
fiel die Entscheidung leicht, für diesen Beitrag neben
einer sehr alten Karte vornehmlich zwei besonders
exakte Darstellungen – eine frühe und eine aus der Zeit
um 1900 – heranzuziehen. Sie liefern nicht nur
Informationen zur Landschaftsentwicklung des Um-
landes, sondern ermöglichen, trotz des für solche Ana-
lysen recht kleinen Maßstabs von unter 1:20.000, auch
Aussagen zumWandel des Siedlungsgrundrisses selbst.
Ziel dieses Beitrages ist, über die konkrete Be-
schäftigung mit Fallersleben hinaus auf den Wert von
topographischen Karten als Informationsquelle und auf
ihre Attraktivität hinzuweisen. Sie seien allen ans Herz
gelegt, die sich, unter welchen Vorzeichen auch immer,
für das dargestellte Gebiet interessieren. Daher sind
unter den ausgewählten Beispielen auch Kartenblätter,
von denen Ausgaben noch heute unaufwändig und
relativ kostengünstig erworben werden können.
Ein früher Blick ins „Ambt“
Auch wenn der Ort Fallersleben nicht detailliert dar-
gestellt ist, auch wenn sie schon mehrfach publiziert
wurde
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und ihre Kartographie, moderne Maßstäbe an-
gelegt, alles andere als exakt ist, ein Blick auf die Karte
„Daß Ambt Fallersleben.“
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lohnt sich stets. Die Dar-
stellung stammt aus einem Ämteratlas des Fürstentums
Lüneburg mit 42 Karten.
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Sie entstanden um die Wende
Links:
Mellingers kartographische Darstellung
des Amts Fallersleben um 1600.
Unten:
Fallersleben und Umgebung im Karten-
bild der Darstellung Mellingers.