Seite 167 - Kirchenbuch

Basic HTML-Version

Anhang
855
AUFSICHTS- UND VERWALTUNGSTRUKTUREN
IN DER EVANGEL ISCH-LUTHERISCHEN
L ANDESK IRCHE BRAUNSCHWE IGS
ÜBERSICHT ÜBER DIE GENERAL- UND SPEZIAL INSPEKT IONEN IM FÜRSTEN-
TUM WOLFENBÜTTEL 1610-1643
Die nachfolgende Übersicht über das Territorium des Fürstentums Wolfenbüttel,
gleichzeitig das Gebiet der braunschweigischen Landeskirche, wurde auf Grund
eines Pfarrverzeichnisses
1
erstellt und mit Hilfe einschlägiger Literatur ergänzt. Sie er-
fasst damit auch zeitweilig zum Fürstentum Wolfenbüttel gehörende Ortschaften aus
Territorien anderer Fürstentümer und Grafschaften, welche insbesondere durch Erb-
folge oder Kriege an Wolfenbüttel gelangt waren und welche, vor allem auf Grund der
welfischen Erbteilung 1635, zum größten Teil wieder verloren gingen.
Nach dem Ende der Hildesheimer
2
Stiftsfehde beließ der Quedlinburger Rezess vom
13. Mai 1523 lediglich die Städte Hildesheim und Peine sowie die Ämter Peine,
Steuerwald und Marienburg beim Hochstift Hildesheim (Kleines Stift). Das Fürsten-
tum Wolfenbüttel erhielt die Ämter Winzenburg, Wohldenberg, Steinbrück, Lutter,
Wohlenstein, Schladen, Liebenburg, Wiedelah, Vienenburg und Westerhof mit den
Klöstern Lamspringe, Heiningen, Dorstadt, Wöltingerode, Ringelheim und Riechen-
berg, sowie die Städte Alfeld, Bockenem, Lamspringe und Salzgitter. Das Fürsten-
tum Calenberg bekam die Häuser und Ämter Hunnesrück mit Markoldendorf, Aer-
zen, Lauenstein, Grohnde, Hallerburg, Poppenburg, Ruthe und Coldingen, die
Städte Dassel, Bodenwerder, Gronau, Elze, Sarstedt, sowie halb Hameln und die
Klöster Marienau, Escherde, Wittenburg, Wülfinghausen und Derneburg. Nach dem
Rechtsstreit um die Revision des Quedlinburger Rezesses erhielt das Hochstift 1643
im Hildesheimer Hauptrezess die abgetretenen Gebiete mit Ausnahme der Ämter
Aerzen, Grohnde, Coldingen-Lauenberg, Lutter am Barenberge, Westerhof und Lin-
dau zurück.
Um die territorialen Veränderungen sichtbar werden zu lassen, wurden die einzelnen
Fürstentümer und Grafschaften farblich hinterlegt. Alle Gebiete, die mindestens seit
1600 bis 1942 von Ausnahmen abgesehen konstant zur Braunschweigischen Landes-
kirche gehörten, also einschließlich der Grafschaft Regenstein-Blankenburg (1599),
der Abtei Walkenried (1583), der Herrschaft Warberg (1654) und Thedinghausen
(1679/1681), sind schwarz gekennzeichnet; Ortschaften des Hochstifts Hildesheim
(1523-1643), die dem Fürstentum Wolfenbüttel zugelegt wurden,
rot
; das Gebiet der
Oberen Grafschaft Hoya (1584-1634)
dunkelgrün
, das Fürstentum Calenberg-Göttin-
gen (1584-1634)
blau
(Calenberg
3
), beziehungsweise
ocker
(Göttingen), die Graf-