Seite 76 - Muenzbuch

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Das 19. und 20. Jahrhundert
der Goldmünzen gesetzt, erschien seit 1811 das Porträt
des in Kassel residierenden Königs auf ihnen (Abb.
450)
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. Nach dem Ende des Königreiches Westphalen
1813 wurde seine Münzprägung offiziell außer Kurs
gesetzt. Dennoch kursierten seine Münzen in einigen
Landesteilen noch längere Zeit.
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2. Die Münzen und Medaillen des ‚Schwarzen Herzogs’ Friedrich Wilhelm
1813 wurden die Franzosen aus Braunschweig vertrieben, und das Königreich Westphalen löste sich
auf. Nachdem offiziell am 13. November 1813 das Land wieder für den ‚Schwarzen Herzog’ Friedrich
Wilhelm, jüngster Sohn Carl Wilhelm Ferdinands, in Besitz genommen worden war, zog der neue
Herzog aus London kommend am 23. Dezember feierlich in die Stadt Braunschweig ein. Schon
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 Jahre später fiel Friedrich Wilhelm aber im Kampf gegen Napoleon während des Gefechts von
Quatre-Bras am 16. Juni 1815, zwei Tage vor der Entscheidungsschlacht bei Waterloo.
Die Münzprägung
Während der kurzen Zeit, in der Friedrich Wilhelm in Braunschweig regierte, konnten nur wenige
Münzen und Medaillen in seinem Namen hergestellt werden. Die einzige Münzstätte war jetzt Braun-
schweig, nachdem die Münze in Zellerfeld seit 1791 geschlossen war. 10-Taler-Stücke in Gold ent-
standen schon in den letzten Wochen des Jahres 1813 (Abb. 451)
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.
Die Münzbilder entsprechen weitgehend denjenigen, die für die Goldmünzen Carl Wilhelm Ferdinands
bis zum Jahr 1806 verwendet wurden. Der Braunschweiger Schild auf der Vorderseite hatte weiterhin
das Welfenross als Mittelschild. Im Laufe des Jahres 1814 änderte sich nur das Münzzeichen. Statt MC
für Münz-Commission wurde FR für den Münzdirektor Friedrich Ritter auf die Münzen gesetzt.
Im Jahr 1814 wurden an Goldmünzen außer 10-Talern auch 5-Taler (Pistolen) und insgesamt 376 Harz-
golddukaten geprägt. Im Jahr 1815 waren es 5-Taler, 2 
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-Taler in Gold und insgesamt 220 Harzgold-
dukaten.
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Abb. 451:
Braunschweig-Wolfenbüttel, Friedrich Wilhelm, 10-Taler
in Gold 1813, Münzkommission, Münzstätte Braun-
schweig. – Gold. 13,28 g. 28mm. – NORD/LB Inv.-Nr.
238.
Vorderseite:
FRIDERICVS GVILIELMVS ·; gekrönter zwölffeldiger
Braunschweiger Wappenschild mit dem Welfenross als
Mittelschild.
Rückseite:
*
D · G · DVX BRVNSVICENS · ET LVNEBVRG ·, im Feld X
/ THALER / 1813 / M · C · (Münz-Commission).
Abb. 452:
Braunschweig-Wolfenbüttel, Friedrich Wilhelm,
24-Mariengroschen 1815, Münzdirektor Friedrich Ritter,
Münzstätte Braunschweig. – Silber. 13,04 g. 32mm. –
HAUM Inv.-Nr. 612/4.
Vorderseite:
FRIDERICVS GVILIELMVS; gekrönter zwölffeldiger
Wappenschild.
Rückseite:
*
D · G · DVX BRVNSVICENS · ET LVNEBVRGENS ·, unten
FEINES SILBER, im Feld 24 / MARIEN / GROSCH · /
1815 / F · R · (Friedrich Ritter).
Abb. 450:
Königreich Westphalen,
Jérôme (Hieronymus)
Napoleon, 10-Taler in Gold
1811, Münzstätte Braun-
schweig. – Gold. 13,23 g.
29mm. – NORD/LB
Inv.-Nr. 1446.
Vorderseite:
HIERONYMUS
NAPOLEON; Kopf Jérôme
Napoleons mit Lorbeer-
kranz nach links
Rückseite:
KOENIG VON
WESTPHALEN FR·PR ·, im
Feld X / THALER / 1811 / B ·.