Seite 14 - Muenzbuch

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alterliche Münzwesen war seit Heinrich dem Löwen durch die Brakteaten, einseitig geprägte Silber-
pfennige, gekennzeichnet (Zweites Kapitel: Die Brakteatenprägung im 12. und 13. Jahrhundert). Im
Spätmittelalter begannen erstmals die Städte Münzen zu prägen, darunter auch Braunschweig, und
neue größere Silbermünzen, die Groschen, drangen in das Land ein (Drittes Kapitel: Die Münz-
prägung des Spätmittelalters und der Beginn der Groschenprägung). Mit dem Beginn der Neuzeit
wurde die Großsilbermünze, der Taler, das maßgebende Geldstück, und es entstanden die ersten
Medaillen zu Repräsentations- und Propagandazwecken; zugleich begann man auf Reichs- und
regionaler Ebene verbindliche Münzordnungen in der zersplitterten deutschen Staatenwelt aufzu-
bauen (Viertes Kapitel: Die Zeit der Taler und der Reichsmünzordnungen 1499-1617). Das Zeitalter
des Dreißigjährigen Krieges war geprägt durch Inf lation und das Unwesen der ‚Kipper und Wipper’,
aber auch durch neuartige Versuche, wieder zu einer geordneten Geldwirtschaft zurückzukehren
(Fünftes Kapitel: Die Münzen und Medaillen im Zeitalter des Dreißigjährigen Krieges). Als in der
zweiten Hälfte des 17. und im 18. Jahrhundert die deutschen Fürsten übergreifende Währungsverein-
barungen trafen, waren immer mehr Städte auch aus Kostengründen gezwungen, ihre eigenständige
Münzprägung aufzugeben (Sechstes Kapitel: Die Zeit der großen Münzkonventionen im 17. und 18.
Jahrhundert). Kostspielige technische Neuerungen bei den Prägeverfahren und die Entstehung des
Deutschen Kaiserreiches führten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zum Ende der Münz-
prägung im Braunschweigischen Land, nachdem man zeitweise in Braunschweig gedruckte Geld-
scheine für den Zahlungsverkehr verwendet hatte; mit dem Notgeld des Ersten Weltkriegs und der
Inf lationszeit endete die Herstellung von Münzen und Geldscheinen im Braunschweigischen Land
(Siebtes Kapitel: Das 19. und 20. Jahrhundert). Vier kürzere Kapitel beschäftigen sich abschließend mit
dem Unwesen der Fälscher und Fälschungen (Achtes Kapitel: Fälschungen und Fälscher), mit münz-
ähnlichen Objekten (Neuntes Kapitel: Münzähnliche Objekte: Tauftaler, Marken, Jetons, Rechen-
pfennige), mit der Geschichte des Münzsammelns in Braunschweig und der Region (Zehntes Kapitel:
Münzsammlungen und Münzsammler im Braunschweigischen Land), mit den numismatischen
Büchern, die seit der frühen Neuzeit im Herzogtum Braunschweig-Wolfenbüttel entstanden sind, und
den wissenschaftlichen Arbeiten über die braunschweigische Münzprägung, Medaillenkunst und
Geldwirtschaft (Elftes Kapitel: Die numismatische Literatur).
Da alle wichtigen Stücke abgebildet sind, wurde in den Münzbeschreibungen der Übersichtlichkeit
wegen auf Einzelheiten der Buchstabenformen, Besonderheiten der Trennungszeichen oder neben-
sächliche Ausschmückungen verzichtet. Angegeben werden aber Metall, Gewicht und Durchmesser
der einzelnen Stücke. Die Münzen und Medaillen erscheinen, wenn nicht eigens darauf hingewiesen
wird, in Originalgröße, die Geldscheine auf 40 % verkleinert.
Abgebildet sind in der Mehrzahl Objekte aus den vom Verfasser betreuten Sammlungen, der
Münzsammlung des Herzog Anton Ulrich-Museums Braunschweig (HAUM) und der Münz-
forschungssammlung der NORD/LB Braunschweig (NORD/LB). Abbildungen von Exponaten
stellten dankenswerterweise zur Verfügung das Städtische Museum Braunschweig (Dr. Erika Esche­
bach), das Museum August Kestner Hannover (Dr. Simone Vogt), das Niedersächsische Münzkabinett
der Deutschen Bank Hannover (Dr. Reiner Cunz), das Münzkabinett der Staatlichen Museen zu
Berlin (Prof. Dr. Bernd Kluge), die Staatliche Münzsammlung München (Dr. Gerd Stumpf) und die
Geldscheinsammlung der HBV Stiftung München (Dr. Franziska Jungmann-Stadler). Wichtige Hin-
weise sind Heiko Donau, Bremen zu verdanken. Der überwiegende Teil der Fotografien stammt von
Peter Sierigk, Braunschweig.
Das Manuskript war im März 2008 abgeschlossen. Danach erschienene Publikationen konnten nur
zum Teil berücksichtigt werden.
Braunschweig, im Dezember 2009
W. L.