Seite 21 - Museumslandschaft

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Am Ort des historischen Schill-Denkmals erinnert die Gedenkstätte an ein
KZ-Außenlager, das sich in den letzten Monaten des Zweiten Weltkriegs auf
dem angrenzenden Gelände befand. Vor allem jüdische Häftlinge aus dem
KZ Auschwitz waren nach Braunschweig geholt worden, um für den LKW-
Produzenten Büssing Zwangsarbeit zu leisten. Mehrere hundert Gefangene
starben an den Folgen von Hunger und Entkräftung.
Im Jahr 2000 baute die Stadt Braunschweig das frühere Invalidenhaus der
Schill-Stiftung zur Gedenkstätte aus. In ihrem Mittelpunkt steht das Offene
Archiv „Braunschweig – eine Stadt in Deutschland erinnert sich“, das die
Künstlerin Sigrid Sigurdsson initiiert hat. In mehr als hundert Kassetten
werden Erinnerungen, Dokumente und Veröffentlichungen gesammelt, die
die Geschichte der Stadt im Nationalsozialismus wiedergeben. Jeder ist
eingeladen, die Sammlung durch weitere Schriftstücke zu ergänzen. Das
Archiv ist zu den Öffnungszeiten zugänglich.
An der Begrenzungsmauer zum Lagergelände
sind auf zahlreichen Tafeln Dokumente aus
dem Offenen Archiv angebracht. Ein Podest
erlaubt den Blick auf das Areal des früheren
Lagers. Eine Leuchtschrift mahnt zum Wach-
halten der Erinnerung. Ein Bildschirmterminal
im Gebäude bietet weitere Informationen und
ermöglicht die Ansicht von Zeitzeugeninter-
views.
Die Gedenkstätte wird im städtischen Auftrag
durch den Arbeitskreis Andere Geschichte e.V.
betreut. Der Verein gewährleistet die regel-
mäßigen Öffnungszeiten, veranstaltet Vor-
träge, Lesungen und Zeitzeugengespräche.
Er führt Besuchergruppen, erstellt lokal-
geschichtliche Ausstellungen, betreut die
Erweiterung des Archivs und hält Kontakt zu
den Überlebenden des Lagers.
Schillstraße 2
38102 Braunschweig
Fon
0531 / 2702565
Geöffnet
Di und Mi 14 – 17 U
Do
16 – 19 U
1. Sa im Monat
14 – 17 U
Für Gruppen n.V.
GEDENKSTÄTTE
KZ-AUSSENLAGER
BRAUNSCHWEIG
SCHILLSTRASSE