Seite 18 - Topographie_der_Erinnerung

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STADT BRAUNSCHWEIG
tätig. Hinzu kamen KZ-Häftlinge der KZ Buchenwald und
Neuengamme: So waren einige Gefangene in der SS-Jun-
kerschule und im Truppenwirtschaftslager der Waffen-SS,
mehrere hundert im Lager Schillstraße für die Firma Büs-
sing und im Lager SS-Reitschule an der Salzdahlumer
Straße für die Trümmerräumung tätig (Siehe Gedenkstätte
KZ-Außenlager Braunschweig Schillstraße).
Unter den Zwangsarbeitern fielen besonders viele dem
Bombenkrieg zum Opfer, da die meisten Schutzräume
Deutschen vorbehalten waren. Unter den von der Stadt ge-
zählten 2.905 Luftkriegsgetöteten befanden sich mindes-
tens 1.047 Ausländer.
In der Ekbertstraße befand sich ab 1942 ein „Russen-
krankenhaus“. Eine größere Zahl von erkrankten „Ostarbei-
tern“ verstarb in diesem Abschiebeheim für nicht mehr Ar-
beitsfähige.
1943 wurde an der Broitzemer Straße ein so genanntes
„Entbindungsheim für Polinnen und Ostarbeiterinnen“ ein-
gerichtet. In dieser in zwei Baracken untergebrachten Ein-
richtung starben mindestens 328 Säuglinge und Kleinkin-
der, die ihre Mütter dort zurücklassen mussten und die völ-
lig unzureichend versorgt wurden (siehe Gedenkstätte
Friedhof Hochstraße).
LITERATUR
Reinhard Bein: Zeitzeichen. Stadt und Land Braunschweig 1930-1945, Braun-
schweig 2000.
Reinhard Bein: Erzählzeit. Stadt und Land Braunschweig 1930-1945, Braun-
schweig 2002.
Brunsvicensia Judaica. Gedenkbuch für die jüdischen Mitbürger der Stadt Braun-
schweig 1933-1945, Braunschweig 1966.
Karl Liedke: Gesichter der Zwangsarbeit. Polen in Braunschweig 1939-1945,
Braunschweig 1997.
Hans-Ulrich Ludewig/Dietrich Küssner: Es sei also jeder gewarnt. Das Sonderge-
richt Braunschweig 1933-1945, Braunschweig 2000.
Raimond Reiter: Sinti und Roma im „Dritten Reich“ und die Geschichte der Sinti
in Braunschweig, Marburg 2002.
Werner Sohn: Im Spiegel der Nachkriegsprozesse: Die Errichtung der NS-Herr-
schaft im Freistaat Braunschweig. Braunschweig 2003.
Gerhard Wysocki: Die Geheime Staatspolizei im Land Braunschweig: Polizei-
recht und Polizeipraxis im Nationalsozialismus. Frankfurt/New York 1997
Frank Ehrhardt
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